Eine Exkursion zu deutschen Höhen und Tiefen
Nach einer anstrengenden Nacht inklusive Wentz-Hock und Seenachtsfest ging es um 5:40 Uhr mit wenig Schlaf zum Hauptbahnhof in Freiburg. Der perfekte Beginn der Exkursion: Frau Fey hatte ihr Handy vergessen 🙂 Aber kein Problem für uns, wir sind trotzdem im Jenaer Paradies angekommen und konnten unsere Koffer an Frau Feys Vater abschieben.
Von dort ging es zum Romantikerhaus, welches wir für uns hatten. Sowohl die philosophischen Ideen als auch die privaten Zwistigkeiten des Jenaer Kreises haben wir dort leibhaftig erfahren. Insbesondere verbildlicht durch ein kleines Rollenspiel der Schülerinnen.
Anschließend besuchten wir berühmte Persönlichkeiten auf dem Johannesfriedhof … Nach viel Kultur überwältigte uns der Hunger und wir plünderten die Wagnergasse. Die vietnamesische Essensvielfalt überzeugte uns wahrhaftig. Nach kurzer Fahrt nach Weimar fielen wir erschöpft in unsere Betten.
Der nächste Tag ging früh los, denn wir waren um 10 Uhr beim Schillerhaus. Im Gegensatz zu seinem früheren Leben verbrachte er seine letzten drei Jahre in einem gemütlichen Heim.
Passend zu Frau Feys vorherigen Unterrichtseinheiten landeten wir in der Faust-Ausstellung, in welcher wir gerne länger geblieben wären, wären es nicht gefühlte fünf Grad gewesen.
Museumsmüde (unser entdeckter Neologismus) verließen wir das Museum, außer Greta und Niklas, die an der poetischen Wand ins Transzendente gelangten.
Eine wunderschöne Kulisse erwartete uns in dem Rokokosaal der Anna-Amalia-Bibliothek, in welcher wir, um den Boden nicht kaputt zu machen, „Museumsschlappen“ trugen. Von Weltliteratur umgeben, bewunderten wir die goldverzierten Fassaden sowie die Büsten Weimarer Persönlichkeiten.
Bei einem Spaziergang durch den Park an der Ilm besuchten wir Goethes Gartenhaus sowie das Römische Haus und endeten beim Schloss Belvedere. Dort besichtigten wir die Orangerie. Nach einem Sprint zum Bus hatten wir uns ein gemeinsames Abendessen mit saftigen Burgern verdient. Wir ließen den Abend mit einem Eis am Nationaltheater mit Blick auf tanzende Weimarer ausklingen.
Am Montag hatten zu unserem Bedauern alle Museen zu, deshalb haben wir dem neu eröffneten Planetarium in Jena einen Besuch abgestattet. Viele mussten den verpassten Nachtschlaf nachholen. Diejenigen, die bis zum Schluss durchgehalten haben, wurden mit einer faszinierenden Reise durchs Weltall belohnt.
Die anschließende Stadtführung war sehr bereichernd. Eine Familienfreundin von Frau Fey und urige Jenenserin führte uns in die weitreichende Geschichte Jenaer Persönlichkeiten ein (Schnapphans und Hanfried).
Den Abend ließen wir im Garten von Frau Feys Eltern ausklingen und das Ambiente erinnerte an unsere Kindheitsgeschichte Heidi. Den Bauch schlugen wir uns mit Thüringer Bratwurst und leckeren Brombeeren aus dem Garten voll. Noch lange nach Sonnenuntergang spielten wir Tabu.
Am nächsten Morgen besichtigten wir das Goethe-Haus in Weimar und stellten im Vergleich beider Wohnhäuser fest:
Reich, reicher, am reichsten: Goethe.
Nach einer ausgiebigen Mittagspause besichtigten wir das Konzentrationslager Buchenwald. Der Kontrast zwischen geistigen Höhepunkten und klaffenden Abgründen der deutschen Geschichte wurde uns hier direkt vor Augen geführt.
Betroffen traten wir den Heimweg an.


Foto- und Textakquisition: Anne Fey.



