Austausch mit dem Lycée Clemenceau in Montpellier, 9. bis 16. März 2026
Montag: 09.03.
Der Bericht über die Woche in Montpellier beginnt mit einem kurzen individuellen Eindruck von der Hinfahrt:
„Ich bin von Freiburg aus mit dem Bus von der Falkenbergstraße nach Mulhouse gefahren und dann mit dem TGV über Lyon nach Montpellier abgedüst.
Die Fahrt begann gegen 12 Uhr. Der Bus brachte uns nach Mulhouse, wo wir gegen 13 Uhr ankamen. Der Zug fuhr erst um kurz vor zwei, sodass wir noch einige organisatorische Details wie das Etikettieren der Koffer oder die Aufteilung im Zug besprechen konnten. Pünktlich um 19:10 Uhr kamen wir an und wurden von unseren französischen Partnern an der Gare St-Roch, dem Hauptbahnhof mitten in der Stadt, empfangen. Der Austausch konnte nun also beginnen.
Dienstag: 10.03.
Um 07:55 Uhr haben wir uns alle in der Schule getroffen. Dort hatten die französischen Austauschpartner Präsentationen vorbereitet, mit denen sie uns Montpellier und die Region vorstellten. Besonders interessant waren die Präsentationen über den Sport in Montpellier und Sète. Kurz danach gab es einen kleinen Umtrunk, bei dem wir vom Schulleiter begrüßt wurden. Er hielt eine Rede, in der er über die Wichtigkeit der Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich und ganz Europa sprach. Vor allem in diesen Zeiten, in denen z. B. die USA als vertrauenswürdiger Partner wegfällt, betonte er, wie wichtig solche Austausche seien, um die Freundschaft zu erhalten und zu stärken.
Danach wurde uns die Schule gezeigt, bevor wir in Zweier- oder Dreiergruppen in unterschiedliche Unterrichtsstunden hineinschnuppern durften. Dabei sind uns einige Unterschiede aufgefallen, unter anderem, dass es nur sehr wenig Interaktion zwischen Schülern und Lehrern gab und dass der Unterricht insgesamt sehr distanziert wirkte. Anders als bei uns dauert eine Schulstunde dort jeweils 55 Minuten, jedoch findet nach jeder Stunde ein Fachwechsel sowie eine fünfminütige Pause statt. Ebenfalls anders ist, dass die Schüler von der Stadt eigene Laptops gestellt bekommen, mit denen sie im Unterricht arbeiten.
Nach zwei Stunden Unterricht gab es Mittagessen in der Kantine. Anschließend sind die deutschen Schüler in die Innenstadt gelaufen. Dort wurde von einem Teil der Gruppe eine Stadtführung durchgeführt, bei der kleine Präsentationen zu verschiedenen wichtigen Merkmalen der Stadt gehalten wurden. Besonders interessant waren der Place de la Comédie mit der Oper sowie die Kathedrale Saint-Pierre, die sehr imposant ist.
Nach der Stadtführung hatten wir etwas Freizeit, um die Stadt weiter zu erkunden. Um 18:20 Uhr kamen die französischen Schüler von der Schule in die Stadt, und der Abend wurde anschließend individuell in den Familien verbracht.
Mittwoch: 11.03.
An diesem Tag stand zunächst die gemeinsame Arbeit mit unseren französischen Partnern auf dem Programm. Mithilfe verschiedener Themen zur deutsch-französischen Geschichte – wie den Kriegen von 1870/71, 1914/18 und 1939/45 sowie den politischen Bemühungen bedeutender Persönlichkeiten wie Briand, Stresemann, de Gaulle und Adenauer – die anhand von Texten und Bilddokumenten erarbeitet wurden, bauten sich die deutschen und französischen Schüler einen gemeinsamen Wissensstand auf. Die Ergebnisse wurden anschließend präsentiert. Insgesamt sollte dieser historische Überblick als Grundlage für die Erstellung eines Liedtextes dienen, der mit eigener Musik sowie Bildmaterial unterlegt und in Form eines Videos eingesungen werden sollte.
Anschließend ging die deutsche Gruppe in die Paillade, eine Vorstadtsiedlung aus den 1960er Jahren. Dort wurden kurze Referate zu Themen wie Immigration, Armut und Architektur gehalten. Der Besuch der lebendigen, von marokkanischen Händlern geprägten Markthallen sowie der architektonisch markanten Mediathek Pierresvives vermittelte einen aktuellen und realistischen Eindruck dieser für Frankreich typischen Dimension des Stadtlebens.
Am Nachmittag stand der Besuch der Fotoausstellung „Extreme Hotel“ mit Werken von Raymond Depardon im Pavillon Populaire an. Die Fotoreportagen, Landschaftsaufnahmen und Porträts des international renommierten Fotografen sind sehr ausdrucksstark und aktuell. Gegen 15:30 Uhr endete das offizielle Programm.
Donnerstag: 12.03.
Am Morgen wurde ab 8 Uhr an dem Song gearbeitet. In verschiedenen Gruppen wurden Texte verfasst, der Refrain eingesungen und an markanten Orten der Stadt Bildmaterial erstellt, das in das Video einfließen sollte.
Am Nachmittag ging es in eine Kunstausstellung im MoCo. Dort waren Werke der École des Beaux-Arts de Montpellier von den Anfängen bis zur Gegenwart zu sehen. Wir erhielten zunächst eine Führung und konnten uns anschließend selbstständig in der Ausstellung bewegen, um entweder kreative Fotos vor den Kunstwerken zu machen oder über deren Interpretation nachzudenken. Um 17 Uhr trafen sich alle vor dem Lycée Clemenceau, um gemeinsam in den Abend zu starten.
Freitag: 13.03.
Am Morgen, kurz vor 9 Uhr, stiegen wir in den Zug in Montpellier. Es waren alle dabei: die deutschen und französischen Schüler sowie die drei Lehrer. Mit dem Zug fuhren wir in die Stadt Sète, eine Hafenstadt an der Mittelmeerküste Südfrankreichs. Als wir dort gegen 09:30 Uhr ankamen, wurden wir bereits von strahlendem Sonnenschein empfangen.
Wir stiegen in einen Bus und fuhren gemeinsam auf den Mont Saint-Clair. Dort gab es eine Aussichtsplattform mit einem atemberaubenden Blick über die gesamte Stadt. Wir konnten picknicken, die Aussicht genießen, Musik hören und uns unterhalten oder die Umgebung erkunden.
Kurz nach 11 Uhr liefen wir den Berg wieder hinunter. Unten angekommen war es 11:45 Uhr. Bis 13:45 Uhr hatten wir Freizeit. Unsere Gruppe ging ans Meer und genoss die Sonne, während andere weiter durch die Stadt liefen. Als wir uns um 13:45 Uhr wieder am vereinbarten Treffpunkt versammelten, stiegen wir auf ein Boot und bekamen eine Führung von einem Einheimischen. Er fuhr mit uns durch den Hafen und erzählte viel über die Stadt, die aufgrund ihrer zahlreichen Kanäle auch „Klein-Venedig“ genannt wird.
Nach der Bootstour waren alle etwas erschöpft. Wir liefen zurück zum Bahnhof und fuhren wieder nach Montpellier. Mit diesem Ausflug endete das offizielle Schulprogramm der Woche. Die deutschen Lehrer bedankten sich für die Organisation und ermutigten uns, die verbleibenden zwei Tage noch gut zu nutzen. Danach gingen viele nach Hause oder verbrachten den Abend gemeinsam bei einem entspannten Essen.
Wochenende: 14.–15.03.
Ein persönlicher Eindruck von diesen Tagen:
„Am Samstag habe ich erst einmal ausgeschlafen. Gegen Mittag sind wir Paintball spielen gegangen. Es war ziemlich matschig, und beim Rennen und Verstecken sind wir entsprechend dreckig geworden. Trotzdem hat es richtig Spaß gemacht und war sehr spannend.
Danach gingen wir nach Hause, um zu duschen und uns umzuziehen. Später trafen wir uns in einem anderen Haus, wo sich viele versammelt hatten. Dort gab es auch einen Pool, und einige sind sogar kurz hineingesprungen, obwohl das Wasser wirklich sehr kalt war. Die meiste Zeit haben wir jedoch einfach zusammengesessen, Musik gehört und geredet.
Am Abend habe ich bei einem Freund übernachtet. Am nächsten Morgen haben wir gemeinsam mit vielen anderen einen großen Brunch gemacht. Es gab reichlich zu essen, und wir haben noch eine Weile zusammengesessen.
Anschließend gingen wir zum Meer. Dort spielten wir Beachsoccer und entspannten später am Strand. Es war richtig schön, auch wenn es leider sehr windig war.
Am letzten Abend des Austauschs habe ich Zeit mit der Familie verbracht. Wir haben zusammen zu Abend gegessen und den Abend ruhig ausklingen lassen.“
Montag: 16.03.
Ein subjektiver Blick auf die letzten Stunden:
„Auf der Rückfahrt habe ich dieselbe Route genommen, bin aber in Lyon umgestiegen. Leider hatten wir eine Stunde Verspätung, weil ein Tier auf der Strecke lag – die Natur kann manchmal ganz schön nerven.
Der TGV war ein echter Kulturschock! Im Vergleich zum ICE ist das wie ein Kloster. Man muss mucksmäuschenstill sein, sonst wird man sofort empört angeschaut. Ich habe es verstanden: In Frankreich ist Ruhe Gold wert!
Das war’s schon! Montpellier war trotzdem super – aber der TGV? Eher gewöhnungsbedürftig…“
Gegen 16:45 Uhr kam der Bus wieder am Wentz an. Alle waren froh, wieder gut in Freiburg angekommen zu sein – und vor allem mit vielen Eindrücken im Herzen und im Kopf aus der Zeit in Montpellier.


Alle zusammen auf dem Ausflug nach Sète, auf dem Mont Saint-Clair mit Blick auf die Stadt, den Hafen und das Meer!



